Das wirst du bereuen-Amanda Maciel (Rezension)

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Alle Welt denkt, dass Emma Putnam sich umgebracht hat, weil wir sie Schlampe genannt haben – und nicht weil sie eine Schlampe war. Echt klasse.
Sara und ihre beste Freundin Brielle müssen sich vor Gericht verantworten –
angeklagt, ihre Mitschülerin Emma gemobbt und in den Tod getrieben zu haben.
Dabei war es doch Emma, die sich an Saras Freund Dylan rangemacht hat. Ein
kleiner Denkzettel über Facebook muss da schon drin sein, finden die
Freundinnen. Doch dann verselbstständigen sich die Dinge und plötzlich ist Emma
tot …






Ich wusste nicht wie ich all dem, was wir Emma angetan haben, Einhalt gebieten konnte.
Es fühlte sich falsch, aber auch gut an, so zornig und hasserfüllt zu sein (S.296) 






Amanda Maciel wagt in diesem Buch den Schritt an die Öffentlichkeit, sich mit einem Thema auseinanderzusetzten, dass nicht nur sehr präsent in der heutigen Zeit ist, sondern bis jetzt, auch noch nie in solch einer Ehrlichkeit und Perspektive dargestellt worden ist...

Die High-School ist nicht leicht, wer nicht zu den beliebten zählt wird entweder ausgeschlossen oder gar nicht erst beachtet. Diese Probleme haben Brielle und Sara jedoch nicht, beide zählen zu den einflussreichtsen Mädchen der Schule. Der Grund dafür ist ganz einfach:
Brielle, weil sie eben Brielle ist und Sara, weil sie deren beste Freundin ist. Die Freundschaft der beiden ist immer etwas im Ungleichgewicht, doch solange Sarah die Türen zur Beliebtheit offen stehen, ist alles andere erstmal zweitrangig. Neben Brielle hat Sara auch noch ihren Freund Dylan, doch die eigene Unsicherheit ist immer vorhanden. Diese wird noch verstärkt, als die neue Schülerin Emma Putnam an ihre Schule kommt. Diese verdreht den Jungen, reihenweise die Köpfe und hat schon bal einen Ruf schlecht weg, als Sara dann auch noch eine SMS von Emma Putnam auf dem Handy ihres Freundes findet, entflammen Eifersucht und Wut, wie loderndes Feuer. Zuerst sind es wüste Beschimpfungen wie Schnalle oder Schlampe. Doch schon bald ereignet sich eine Kettenreaktion von Ereignissen, die sich nicht mehr aufhalten lassen und nicht nur die gesamte Schülerschaft und Öffentlichkeit, in diesen erbitterten Krieg miteinbezieht, sondern Folgen hat, die niemand erahnen kann...
bis es zu spät ist!

Mobbing ein aktuelles und trauriges Alltagsphänomen, dass durch die Anonymität des Internets immer mehr an stärke gewinnt. Auch ich habe mich mit diesem Thema schon häufiger befasst, sei es in der Schule, durch aktuelle Fälle oder eben durch Bücher.

Es ist ein wichtiges Thema, dass viele von uns betrifft und so wurde bei diesem Buch mein
Interesse geweckt. "Das wirst du bereuen" setzt sich nämlich mit genau diesem Thema auseinander, dass besondere hierbei ist jedoch, dass es aus der Sicht des Agressor/Mobber geschrieben ist und man sich, gewollt oder ungewollt mit dem Täter auseinandersetzen muss.

So steigen wir ziemlich schnell in die Geschichte des Buches ein und finden uns mitten im erbitterten Gerichtsverfahren von Sara wieder. Zusammen mit ihren Freunden Brielle, Dylan, Jacob und Tyler, soll diese ihre Mitschülerin Emma Putnam, durch Mobbing in den Tod getrieben haben. Das Buch ist in verschiedene Zeitabschnitte geteilt, die Zeit wo alles angefangen hat und die Zeit während der Gerichtsverhandlung. So erhalten wir immer wieder Rückblicke in die Vergangnheit erlebe nicht nur den Anfang des Mobbings, sondern auch Saras Rolle darin, hautnah mit. Ich schreibe hautnah, da ich beim Lesen des Buches wirklich dieses Gefühl empfunden habe. Der Schreibstil der Autorin erschüttert einen nicht nur, sondern geht einfach unter die Haut. Man wird mit einer Situation konfrontiert, wo alles außer Kontrolle geraten ist und man die Frage der Schuld, eben nicht so leicht beantworten kann.
Vieles muss hinterfragt werden und die ehrlichen und realistischen Schilderungen, zeigen einem nicht nur, wie "harmlos" so etwas beginnen kann, sondern auch wie schnell man den Hang zum normalen verlieren kann und wie die Täter, dies oftmals gar nicht richtig wahrnehmen und mitbekommen. Die Sicht von Sara hat mich in einen wirklichen Strudel, aus Abscheu und Verstehen gerissen. Richtig symphatisieren kann man mit diesem Charakter nicht, aber anders wie zu Beginn des Buches gedacht, verfliegt der Eindruck des 
"Sara ist nur ein böser Mensch" und formt einen Raum, der es dem Leser möglich macht, die Zusammenhänge zu verstehen und sich teilweise in die Gedanken des Täters hineinzuversetzen. Die Frage ob Emma Putnam das Mobbing verdient hat, wird in diesem Buch von allen Blickwinkeln hinterfragt und ich habe mit großem Interesse verfolgt, wie Sara auf genau diese Frage, die Antwort sucht. Was dieses Buch zu etwas besonderem macht, ist nicht nur das Thema und dessen ungewöhnliche Erzählperspektive, sondern die Tatsache, dass sich die Autorin im Buch der moralischen Antwort entzieht und dem Leser selber die Möglichkeit lässt ein "Urteil" zu fällen.

Schreibstil und Handlung haben mich eigentlich durchgängig gefesselt, ledeglich der Einstieg fiel mir auf den ersten paar Seiten etwas schwerer.

Das wirst du bereuen, setzt sich mit einem immerzu präsentem Thema auseinander und geht nicht nur unter die Haut, sondern weist auch verschiedene Sichtweisen einer Tat auf, die man so nicht vermutet hätte. Dem Leser wird nicht nur schwarz-weiß, sondern auch die Grauzone aufgezeigt und wie es im echten Leben so ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, was nun gerecht oder ungerecht war und ist...

Packend, erschütternd und nah. Ein Buch was einen nicht mehr so schnell loslässt!






  • Cover/Gestaltung - 2.Punkte
  • Charaktere - 1.Punkte
  • Spannungsfaktor&Lesespaß - 1.Punkte
  • Schreibstil - 2.Punkte
  • Handlung - 2.Punkte
 Ich gebe 8/10.Punkte




lichen Dank an Blogg dein Buch und den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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