Changes make you stronger and wise...



In Bezug auf Veränderungen, war ich schon immer sehr unschlüssig. Verunsichert. Vorsichtig! Manchmal kommt mir von ein auf den anderen Moment – in einem Anfall von blinder Kreativlust – in den Sinn, mein komplettes Zimmer umzugestalten. So wie vor einigen Tagen. Da konnte auch nicht mehr gewartet werden. „Jetzt!“ lautetet die Devise. Es zuckte in jeder Fingerspitze! Ohne großen Plan, einfach aus Herz und Kopf heraus, wurden munter die Möbel umgeräumt – neue Strukturen für die Miss, selbst mit verletztem Fuß (böses Ikea-Regal!) Ganze 4.Tage lang hatte ich einen Tunnelblick. War angetrieben. Musste aussortieren. Wegschmeißen. Ein bisschen alten Balast abwerfen. Das tat Gut. Das war Richtig. Nun sitze ich in meinem neuen Zimmer. Regale weisen Lücken auf. Ich komme zur Ruhe. Es sieht nicht nur freier aus – es fühlt sich auch so an. 

Es gibt aber auch Veränderungen, vor denen schrecke ich regelrecht zurück. Meistens sind es diejenigen, die nicht in meiner Macht liegen. Wo mir die Entscheidung abgenommen -entrissen wird. Das schmerzt. Das reißt kleine Wunden. Diese Art von Kontrollverlust. Mir wird oft gesagt, dass ich ein viel zu großes Herz habe – da passt viel rein. Gutes, wie Schlechtes. Irgendwie nehme ich alles und Jeden in gewisser Weise darin auf. Kann nicht wirklich Böse sein, aber tief verletzt. Lecke meine Wunden und Sehnsucht jedoch im Stillen. Allein. Verborgen. Möchte stark sein und nicht noch mehr Schwäche zeigen und eingestehen. Meinen Schmerz nicht noch auf einem Silbertablett servieren. Und so ist es kräftezerrend, wenn ich Menschen loslassen muss. Viel zu oft. War und ist das so. Muss meist allein mit Gefühlen, Gedanken und Erinnerungen klarkommen. Fühle – zu intensiv. Vermisse – schmerzlich. Mit der Zeit kommt aber auch die Stärke von (m)einem „großen“ Herz zum Vorschein – es heilt und das im Guten. Kann Verzeihen. Kann Schönes in Erinnerungen behalten. Kann das Positive „daran“ sehen. Und es kann Neuem einen Platz schaffen – sich wieder öffnen, trotz der alten Wunden! 


Alles und Jeder hinterlässt Spuren. Nicht nur im Winter, die Fußspuren im Schnee. Nicht nur die Essensreste, auf einem Teller. Nicht nur die Fingerabdrücke, auf jedem Gegenstand. Nein. Alles und Jeder hinterlässt Spuren im Herzen. Manches weniger, als Anderes. Darum ist es am Anfang auch so erschreckend, wenn die Veränderung – mit einer Person zu tun haben, die wir in unser Leben, in unser Herz gelassen haben. Es verlangt viel Kraft und Mut ab, um damit gut umgehen zu können – aber man lernt, dass einem immer etwas bleibt. Etwas Gutes. Wertvolles. Etwas das uns im Nachhinein voranbringt. Stärker - Erfahrener macht.

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Immer her mit dem individuellen Wortgeflüster... ♥