Neuanfang, denn stille Wasser sind tief...


Kalt. Blau. Atemschock. Stille Wasser sind tief. Und auch wenn die blauen Schattierungen nur einen Blick auf die Wasseroberfläche gewehren weiß ich Eines: das wir das Leben führen, für das wir uns entscheiden. Jeden Tag aufs Neue. Egal wie leicht oder schwer die Orientierung fällt. Das wir nur so tief fallen, wie wir weiterhin stur, unsere gedanklichen Flügel stutzen. Das wir nur so lange verloren auf einer Stelle stehen werden, wie wir es zulassen. Das wir nur soweit sehen können, wie wir es wagen, die Augen zu öffnen. Und dass die Worte, die wir sprechen, nur so lange weiterklingen und bewegen werden, wie wir ihnen Aufrichtigkeit und Leidenschaft verleihen. Es ist nun November und die Zeit nimmt rasend schnell ihren Lauf. Wir haben den Frühling samt junger Knospen und Ziele begrüßt, die Sonne mitte des Jahres als neuen Motivationsschub genossen und die kalte Frische mit Stille hingenommen - denn uns ist klar: es sind nicht nicht nur die Blätter draußen, die aufwirbeln und schließlich auf dem Boden der Tatsachen aufkommen, verwelken und Neuem Platz schaffen - sondern auch die Kalenderblätter nehmen langsam aber sicher ein Ende und das Jahr 2016 liegt bald hinter uns!


Mein (Blogger)Jahr sah dieses Jahr jedoch ganz anders aus, wie oben beschrieben. Es war von Anfang an durchwachsen und glich einer Achterbahnfahrt mit vielen Höhen und Tiefen. In diesem Jahr ging es viel um meine Gesundheit - das eigene Seelenwohl, aber auch um Selbstfindung, eine neue berufliche Perspektive und generell um die Suche und Lust nach neuen Möglichkeiten. Lieben. Lachen. Leben. Aber auch lernen, dass Herzschmerz, weinen und Alltagskrisen dazugehören. Es eben diese gewissen Ecken und Kanten gibt, die es aber nicht weniger Perfekt machen - solange man es nicht zulässt. Ich habe also viel gekämpft. Auf Höhe folgte ein Fall. Manch ein Weg endete in einer Sackgasse. Gerade in den letzten 3.Monaten kam Einiges zusammen. Und wie. Kurz schien es, als hätte ich mich nun vollkommen verloren. War am Boden. Doch - hier bin ich! Und ihr müsst eines wissen:


Verlust ist schwer in Worte zu fassen. Verlust ist Schmerz, die bittere Erkenntnis etwas unumstöslich verloren zu haben. Meist geht es nicht um eine verschwunden Socke in der Waschmaschine. Nein. Verlust wird durch etwas größeres ausgelöst. Bewegendes. Das Erschreckende ist, dass es meist etwas ist, bei dem wir gar nicht gemerkt haben das es sich in unser Herz geschlichen hat. Oder zu uns gehört - uns ausgemacht hat. Und nun wo es uns entrissen wurde. Egal ob durch Zufall. Schicksal. Ob durch unser Handeln. Oder der Entscheidung eines Anderen. Tatsache ist, dass es nicht mehr da ist. Und dort wo es war klafft nun ein Loch. Bittere Wunden verheilen langsam. Schmerzlich. Brauchen Zeit. Und viel Pflege. Manche verblassen mit der Zeit. Anderer jedoch bleiben ein Leben lang. Sind Narben der Erinnerung. Quälend und können doch voller Glück sein. Irgendwann. Denn manchmal muss man Schmerz empfinden um zu merken am Leben zu sein. Manchmal muss man am Boden liegen um eine andere Perspektive zu erhalten. Diesen Weitblick. Eine Übersicht. Über sich, die Umgebung und alle Dinge die darin vorkommen. Und ja. Wahrnehmen - auch das was nun fehlt. Nur um schließlich anzunehmen. Denn wir haben nun mal nicht über alles die Macht. Aber zumindest können wir über uns selbst bestimmen. 



Wisst ihr? Ich mag es rosarot. Am Besten noch mit etwas Glitzerstaub, als kleines I-Tüpfelchen! Aber es wäre falsch, wenn ich hier nun schreiben würde, dass jetzt alles wieder am Riemchen läuft und es mir wunderbarprächtigfantastisch geht. Doch - hier bin ich! Und wenn ich ehrlich bin, dann glaube ich, dass ich mehr denn je am Boden angelangt bin - im Positiven Sinn. Ich stehe -wenn auch etwas wackelig- wieder mit beiden Beinen in meinem Leben. Beginne nun eine Ausbildung im Thalia um auch beruflich wieder mit Spaß und dem Gefühl gefordert zu werden neu Starten zu können. Lerne derzeit viel dazu. Viel über das Leben. Mich selbst - und Menschen und Dinge die ich liebe, schätze und ja - die ich auch brauche. Der Blog "LeFaBook" stand dieses Jahr unter keinem guten Stern und ich dachte kurzzeitig, dass ich ihn sogar schließen müsste. Doch er gehört zu mir. Und zum ersten Mal seit langem kann ich mit Freude, Aufregung, Neugierde, vorallem aber mit einem Lächeln verkünden das es endlich weitergeht. Es geht voran, denn eines habe ich gelernt: auf Regen folgt Sonnenschein. Und ein Regenbogen - ich versuche es mir also trotz dunkler Tage bunt zu machen. Ich hoffe ihr kommt an Bord. Oder unter den Regenschirm. So oder so möchte ich euch für all die lieben Nachrichten hier, per Mail, Whatsapp usw. - eure Nachfrage, Interesse und Unterstützung danken. Ihr seit toll!



Kommentare

  1. Hey =)

    Hach, wie schön und du hast es auf den Punkt gebracht.♥ Wunderbare Worte, die mir auch zum Teil aus der Seele sprechen, denn auch ich hatte eine schwere Phase. Nun bin ich aber einfach nur froh, dass es erstmal wieder für dich Bergauf geht und hoffe, dass die Zukunft dir gewogen ist. WIe schon schreibst: Nach Regen folgt auch immer irgendwann Sonnenschein und diese Momente sollte man auskosten. =)

    Ganz liebe Grüße
    Katie♥

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    1. Liebste Katie, es ist nicht immer leicht und manch ein Weg ist steiler als ein Anderer - doch am Ende arbeiten wir alle auf das gleiche hinaus: es Bergauf zu schaffen und eine schöne Aussicht zu genießen. Es tut mir im Herzen weh zu wissen, dass solch eine liebe Persönlichkeit wie du dieses Jahr auch eine schwere Phase durchmachen musste. So etwas hinterlässt wie gesagt immer Spuren. Aber Katie? Ich freue mich dafür umso mehr, dass ich (und auch Viele weitere) nun wieder deinen Zeilen auf deinem Blog lauschen dürfen - du bzw. wir gehen letztlich gestärkt darauß hervor. Ich bin mir sicher. Und wie ❤

      Auf jedenfall danke ich dir für deine Zeilen ud Gedanken - diese "Mutmacher-Worte" auf besonderer Ebene, denn dies sind u.a diese Sonnenstrahlen inmitten von dunklen Wolken und Regen. Danke :*

      Fühl dich gedrückt und hab ein entspanntes We,
      deine Leslie

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  2. Liebste Leslie!

    „Auf Regen folgt Sonnenschein.“ Nach dem Fall kommt der Aufprall. Und nach jeder Biegung etwas Neues.
    Der Aufprall ist hart, schmerzhaft, unerwartet. Oftmals sah man ihn nicht kommen und war nicht darauf gefasst, sich abzufangen. Die Haut hat Risse bekommen, das Denken schwankt gewaltig. Und doch muss es weiter gehen. Egal wie stark der Aufprall war. Denn du sagst es, wir haben unser Leben in der Hand. Wir. Wir bestimmen, ob wir weiter gehen oder stehen bleiben. Ob der Aufprall alles über Bord wirft oder wir es als Erfahrung sehen. Eine Erfahrung, an der wir gewachsen sind und ein Stück mehr über uns selbst und das Leben erfahren haben. Also, liebste Träumerin, lass deine Flügel nicht weiter stutzen, sondern breite sie aus. Denn selbst der größte Schmerz, die schlimmste Trauer wird vergehen. Verschwinden werden die Risse nie, immer bleibt ein leichter Schimmer auf der Haut, doch genau dieses Schimmern hat uns an einen Punkt gebracht, an dem wir zu uns selbst gefunden haben und zu unseren Entscheidungen stehen.
    Deshalb finde ich deine Entscheidung, es mit dem Fliegen doch nochmal zu versuchen, unheimlich mutig und ich freue mich so sehr für dich. Und falls da eine Böe kommen sollte, ein Windhauch, der dich wanken lässt, sei dir gewiss, du bist nicht alleine.

    Vielleicht stehen diese Worte gerade nicht im größten Zusammenhang mit dem zuvor geschriebenen, doch durch deinen Text hast mir gerade auf eine „radikale“ Weise die Augen geöffnet. Dass Schmerz Zeit braucht. Gerade wenn man selbst derjenige war, der ihn bei jemand anders ausgelöst hat. Dass man über böse, unfaire Worte hinweg sehen kann und verzeihen muss. So wie der, der Verlassen wurden. Denn versteht man die Größe des Schmerzes, des Verlustes nicht, ist man dann nicht selbst derjenige, der sich unfair verhält?

    Vielen Dank.

    Liebste Grüße,
    Franzi <3

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    1. Meine liebe Franzi,

      ich weiß noch genau wie wir uns kennengelernt haben und direkt philosophiert und über das Leben gequatscht haben. Auch dieses Jahr warst du tatkräftig mit Seelentrösterworten zur Stelle und auch blogmäßig hast du immer mit winkenden Armen im "hier&jetzt" gestanden, also auch an dich ein großes DANKESCHÖN - denn was ist schon der Wille und die Kraft sich Flügel wachsen zu lassen und wieder umher zu fliegen, wenn hilfreiche Windböen wie Freundschaften fehlen?! ❤

      Der Kontext muss nicht immer im Fokus stehen und doch weiß ich wohl genau, was oder eher wen du genau meinst - wenn du davon sprichst, dass ich dir die Augen geöffnet habe. Aber das besprechen wir nicht hier, sondern in Ruhe zu zweit :*

      Ganz viel Liebe an dich <33

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Immer her mit dem individuellen Wortgeflüster... ♥